Blog

Sehnsucht nach mehr? Ist das so erstrebenswert? Immer mehr und mehr und noch mehr – kann das gut gehen? Vielleicht ist es besser, mich früh genug darin zu üben, mir die Sehnsucht abzugewöhnen. Zufrieden sein mit dem, was ist. Was kann an einer „Sucht“ schon gut sein?

Und da ist die Angst, dass die Wirklichkeit irgendwann auf meinen Träumen herumtrampelt, auf meiner Sehnsucht. Schmerzhaft. Dann doch lieber keine Träume und die Sehnsucht klein halten? Oder vielleicht ein kontrolliertes Sehnen? Nur so viel, dass ich nicht enttäuscht werden kann und sich meine Seele keine allzu großen Schrammen einfängt.

Weiß gar nicht, nach was ich Sehnsucht habe und ob überhaupt. Bin, glaube ich, ganz zufrieden mit meinem Leben, dem Hier und Jetzt. Habe alles, was ich brauche. Ich habe keine Sehnsucht – oder zumindest komme ich selten dazu, darüber nachzudenken. Warum sollte ich das auch tun, so ohne Anlass? Und was mag da zum Vorschein kommen, wenn ich tief in mich hineinhorchen würde? Ungewiss. Könnte mein Gleichgewicht stören, mich aus der Ruhe bringen. Oder Schlimmeres. Außerdem klingt „Sehnsucht“ irgendwie zu ernst, zu schwer. Da fehlt mir die Leichtigkeit.

Manchmal spüre ich aber, dass mir etwas fehlt. Was da fehlt? Schwer zu sagen. Vielleicht ist „fehlen“ auch ein zu starkes Wort. Ist es nicht eher ein Unbefriedigt-Sein? Ein Gefühl, dass mein Leben – ich bin gesund, leide keine materielle Not, kann nicht klagen – trotzdem irgendwie eine Unwucht hat? So ein „Das-kann-doch-nicht-alles-sein“-Gefühl?

Ja, ich sehne mich doch nach „mehr“! Nach einem Mehr, das ganz anders ist, das meine Sehnsucht stillt. Aber gibt es das überhaupt, dieses andere Mehr und kann es meinen Durst tatsächlich löschen? Und würde mir dann nicht etwas fehlen, wenn ich mich nach nichts mehr sehne? Sehnen als Triebfeder? Das gehört wohl zum Leben einfach dazu. Sehnsucht als der Anfang von allem. Vielleicht sollte ich das Sehnen in mir kultivieren, Mut haben, es zu betrachten und ihm Raum geben – mich nach dem Sehnen sehnen.

Finden Sie sich darin wieder? Wie geht es Ihnen mit der Sehnsucht? Schreiben Sie mir davon!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.