
Haben Sie schon mal Rote Beete verarbeitet oder bei der Ernte von Walnüssen deren grüne Außenhülle angefasst? Dann haben Sie rote Finger bekommen oder braune. Zumindest sofern Sie keine Handschuhe benutzt haben. Insbesondere der Farbstoff von Walnüssen ist hartnäckig. Wer versäumt hat, Handschuhe anzuziehen, findet im Internet vielfältige Tipps, wie man die Hände wieder sauber bekommt.
Aber hier geht es nicht darum, wie man solche Flecken entfernt. Doch bitte lesen Sie trotzdem weiter, auch wenn Sie nur nach Omas Hausmittel gegen Walnusshände gegoogelt haben! Es könnte sich lohnen. Denn je nachdem, was abfärbt, kann dieser Effekt auch etwas sehr Schönes sein. Und das ist noch stark untertrieben.
„Heil färbt ab!“ Diese Worte stehen so nicht in der Bibel, aber sie muten dennoch irgendwie biblisch an, finde ich. Sie sind mir „unbewusst“ entschlüpft, als ich im Rahmen einer Prüfung frei gepredigt habe. Ich konnte mich nicht daran erinnern, diese Worte gesagt zu haben, aber die Protokollantin fand sie notierenswert und hat mich anschließend darauf angesprochen. Diese Situation kam mir jüngst wieder in den Sinn.
Die Worte beschreiben, was passieren kann, wenn Menschen Jesus begegnen. Man spürt es an sich selbst, aber vielleicht fällt es Außenstehenden zuerst auf, die jemanden eine Zeit lang nicht gesehen haben. So hat die Frau eines ehemaligen Kollegen von Simon Petrus und Andreas (ihr Name ist mir gerade entfallen) abends bei Tisch zu ihrem Mann gesagt: „Als ich heute auf dem Markt war, um die Fische zu verkaufen, habe ich Simon und Jakobus gesehen. Sie wirkten irgendwie verändert. Äußerlich sahen sie aus wie früher, aber dennoch irgendwie verwandelt. Als ob aus ihnen etwas leuchtet.“
Naja, so könnte es sich zumindest zugetragen haben, und so etwas passiert bis heute immer wieder und ist nicht auf Jesu Zeitgenossen beschränkt, die ihm persönlich begegnet sind. Mein ehemaliger Klavierlehrer z. B., ein eher zurückhaltender, aber fröhlicher, frommer Mensch, mit dem ich mich aber nie über den Glauben unterhalten habe, war jemand, bei dem man gern war. Bei ihm fühlte man sich wohl, weil von ihm eine fröhliche Zuversicht ausging. Eine Zuversicht, die aus seinem Glauben gespeist war. Von ihm hat das Heil auch abgefärbt, und ich bin mir nicht sicher, ob er sich dessen überhaupt bewusst war.
Mit solchen Nebenwirkungen muss man rechnen, wenn man Jesu Aufruf „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ beherzigt und sich traut, sein Leben von dieser frohen und befreienden Botschaft bestimmen zu lassen.
Und wie wäre es denn, wenn das auch mir passieren würde?
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